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Kurzfristige Beschäftigung

Zuletzt geändert am 05.05.2017 11:14 von Wiki Redakteur

​Kurzfristige Beschäftigungen sind sozialversicherungsfreie Arbeitsverhältnisse.

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn sie für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die nach ihrer Eigenart (z.B. Erntehilfe) im Laufe eines Kalenderjahres seit ihrem Beginn  auf nicht mehr als drei Monate bzw. 70 Arbeitstage im Voraus vertraglich begrenzt ist, nicht regelmäßig und nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Grundvoraussetzung ist im Gegensatz zur geringfügigen Beschäftigung ein befristeter Arbeitseinsatz. Dieser begrenzt sich auf folgende Zeiträume:

BO-AW-Ak-kuB.PNG 

Wird eine Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt, ist der Dreimonatszeitraum maßgeblich. Bei einer Beschäftigung an regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche, ist der Zeitraum von 70 Arbeitstagen maßgebend.

Handelt es sich um Mehrfachbeschäftigungen mit mindestens fünf Arbeitstagen in der Woche, treten an die Stelle des Dreimonatszeitraums 90 Kalendertage. Dies gilt jedoch nur, wenn die einzelnen Beschäftigungszeiten keine vollen Kalendermonate waren. Generell werden mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Jahres zusammengerechnet.

Treffen Zeiten, in denen eine kurzfristige Beschäftigung regelmäßig an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wurde und Beschäftigungszeiten mit einer Arbeitszeit von weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche aufeinander, so ist bei der Zusammenrechnung der maximalen Arbeitstage einheitlich von dem Zeitraum von 70 Arbeitstagen auszugehen.

Generell werden mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Jahres zusammengerechnet.

Neben den beschränkten Zeiträumen ist die Berufsmäßigkeit der Anstellung zu prüfen, denn die Beschäftigung im Rahmen der kurzfristigen Beschäftigung darf nur erfolgen, sofern der einzelne Mitarbeiter diese nicht berufsmäßig ausübt. 

Nicht berufsmäßig beschäftigt sind beispielsweise:

  • Selbstständige
  • Hausfrauen, Schüler, Studenten und Rentner

Um den Status des Mitarbeiters gegenüber Behörden wie beispielsweise der Deutschen Rentenversicherung nachweisen zu können, sollte vom Mitarbeiter unmittelbar vor Beschäftigungsbeginn stets ein entsprechender Personalfragebogen  ausgefüllt werden und die entsprechenden Nachweise wie beispielsweise Schülerausweis oder Immatrikulationsbescheinigung beim Arbeitgeber vorgelegt werden.
Weiter darf die Beschäftigung nur gelegentlich und nicht regelmäßig ausgeübt werden.
Da die kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei ist, fallen weder für Arbeitgeber noch Arbeitnehmer Beiträge an. Der Arbeitgeber zahlt, je nach Beschäftigungsdauer,  lediglich Beiträge für die Umlagen 1,2 und 3:

  • 0,9% Umlageverfahren U1
  • 0,3 % Umlageverfahren U2
  • 0,09% Insolvenzgeldumlage

Die Lohnsteuer kann in der Land- und Forstwirtschaft vom Arbeitnehmer über eine elektronische Lohnsteuerkarte oder mit einem Pauschalsatz von 5% durch den Arbeitgeber abgeführt werden. Als Voraussetzungen gelten:

  • die Aushilfskraft in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb im Sinne des § 13 Abs.1 EStG tätig ist,
  • die Aushilfskraft ausschließlich mit typisch land- oder forstwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt wird,
  • die Aushilfskraft nicht mehr als 180 Tage im Kalenderjahr für den Arbeitgeber tätig wird,
  • die Aushilfskraft nicht zu den land- und forstwirtschaftlichen Fachkräften gehört,
  • die Aushilfskraft nur für die Ausführung und für die Dauer von Arbeiten, die nicht ganzjährig anfallen, beschäftigt wird (eine Beschäftigung mit anderen land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten ist unschädlich, wenn deren Dauer 25% der Gesamtbeschäftigungsdauer nicht überschreitet) und
  • der Stundenlohn höchstens 12 € beträgt (§ 40a Abs.4 EStG).

Beispiel:

Ein Landwirt einigt sich mit einem arbeitswilligen Studenten auf eine Anstellung in den zweimonatigen Semesterferien zur Unterstützung der Erntearbeiten. Sie legen einen Stundenlohn von 12 € pro Stunde netto fest.  

BO-AW-Ak-kub_Bild 2.PNG
 

(Quelle: LBD)