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Maschinenkosten nach Zielkosten

Zuletzt geändert am 05.05.2017 12:17 von Wiki Redakteur

Die Berechnung der betrieblichen Maschinenkosten gibt nicht nur einen Überblick über die tatsächlichen Kosten, sondern auch mithilfe der Zielkostenbetrachtung über die möglichen finanziellen Reserven im Betrieb. Zuerst müssen die gesamtbetrieblichen Mechanisierungskosten errechnet werden. Dazu  liegt folgendes Schema vor:


 

Die Erklärung und die schrittweise Vorgehensweise finden sich im Kapitel Maschinenkosten.

BO-BW-VB-MZ_Bild 1.PNG 

Der tatsächliche Kostenwert pro ha im Ist-Betrieb wird mit dem möglichen Zielkostenwert verglichen. Der Zielwert richtet sich nach dem Grenzwert der Maschinenkosten, den das Tortendiagramm für die Zielkostendarstellung eines Produktionsverfahrens ausweist (Zielkosten im Betrieb). Zur Vereinfachung dient das Zielkosten-Schema für Maschinenkosten. Plakative Durchschnittswerte geben ein anzustrebendes und mögliches Kostenniveau wieder. Um den gesamtbetrieblichen Kontext abzubilden, listet die Darstellung  die jeweiligen Maschinenkosten für die gängigsten Produktionsverfahren auf.

BO-BW-VB-MZ_Bild 2.PNG
 

Der Vergleich von Ist-Kosten zu den Soll-Kosten zeigt das Einsparungspotential innerhalb der Mechanisierung auf. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lohnt der Blick auf die Maschinenkosten umso mehr.

Beispiel:

  • Milchviehbetrieb mit 120 Milchkühen incl. Nachzucht (Milchleistung ø 8000 kg)
  • 100 ha Fläche: 60 ha Ackerbau + 40 ha Grünland
  • Fruchtfolge: Silomais, Winterweizen, Wintergerste, Kleegras
  • Derzeitiger Gewinn bei 30ct/kg Milchpreis: 80000€
  • Maschinenkosten Ist-Betrieb: 1000€/ha


 

Problem:

    • Milchpreisverfall auf 25ct/kg
    • Gewinnrückgang um 13000€ !

Lösung: Gewinnkompensation durch Reduzierung der Maschinenkosten

Zielkostenberechnung:

BO-BW-VB-MZ_Bild 3.PNG 


 

Die Differenz aus Ist- und Sollwert ergibt eine Reserve von rund 33000€.

(1000 €/ha – 667 €/ha) x 100 ha = 33000€

Die Kosteneinsparung bei der Mechanisierung kann mit verschiedenen Möglichkeiten erreicht werden:

  • Konsequente Auslagerung der Außenwirtschaft
  • Bildung von Kooperationen
  • Maschinen vollständig bzw. über die Auslastungsschwelle auslasten
  • Miet-/ Leasingtechnik nutzen

Die Zielkosten geben den maximal möglichen Kostenwert wieder. Terminkosten sind nicht in der Kalkulation miteinbezogen. Der tatsächliche Zielkostenwert kann daher abweichen.

Für die Erreichung bzw.  der schrittweisen Annäherung gilt der Grundsatz: Festkosten fallen pro Maschine u. Jahr an!

 

Folgerung:

  1. Die Mehrauslastung oder Minderauslastung einer Maschine führen zu keiner Veränderung der Festkosten, wenn die Abschreibungsschwelle nicht überschritten wird.
  2. Die Inanspruchnahme überbetrieblicher Maschinenleistungen führt nur dann zur Kostensenkung, wenn die eigenbetriebliche Technik abgebaut wird.

 

(Quelle: nach W. Pfadler, J. Habermeyer)