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7. Grüne, weiße und rote Gebiete

7. Grüne, weiße und rote Gebiete

Die Bundesländer legen eine Gebietskulisse fest für die Umsetzung der Landesverordnung zum Schutz besonders gefährdeter Grund- und Oberflächengewässer gemäß § 13 der Düngeverordnung.


Für nicht gefährdete Gebiete (grüne Gebiete) gelten Erleichterungen der Düngeverordnung nach § 13 (5). Es wurden Zusatzanforderungen (§ 13 (2)) für gefährdete Gebiete (rote Gebiete) zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen mit Nitrat oder Phosphat festgelegt.


Rote Gebiete sind Regionen, in denen mehr als 50 % der Flächen im Einzugsbereich von Grundwassermessstellen folgende Grenzwerte überschreiten: mehr als 37,5 mg Nitrat/l mit steigender Tendenz oder mehr als 50 mg Nitrat/l.


Außerdem wurden so genannte weiße Gebiete festgelegt. Diese sind einzelne Flächen in eigentlich grünen Gebieten, die folgende Merkmale erfüllen: Wasserschutzgebiete oder Einzugsgebiete von Wassergewinnungsanlagen, in denen im Grundwasser mehr als 50 Milligramm Nitrat je Liter oder mehr als 37,5 Milligramm Nitrat je Liter ohne fallenden Trend festgestellt worden sind.


Welche Regeln gelten für den Landwirt entsprechend der Lage seiner Flächen?

Für einen Landwirt gelten die Standard-Anforderungen gemäß der Düngeverordnung, wenn seine Flächen zu mindestens 20 % in weißen Gebieten liegen. Es gelten für ihn keine Erleichterungen. Dies bedeutet, er ist von den Aufzeichnungspflichten (Düngebedarfsermittlung/Nährstoffvergleich) nur dann befreit, wenn seine landwirtschaftliche Nutzfläche weniger als 15 ha beträgt, er keinen organischen Dünger aufnimmt und weniger als 750 kg im Betrieb Wirtschaftsdünger aus Tierhaltung anfallen. Falls er Flächen in roten Gebieten hat, gelten für ihn für die betroffenen Flächen (in roten Gebieten) außerdem die beschriebenen Regeln zu roten Gebieten (Nmin, Untersuchung Wirtschaftsdünger, erhöhte Gewässerabstände).


Wenn ein Landwirt mehr als 80 % seiner Flächen in grünen Gebieten hat, gelten für seinen Betrieb die Erleichterungen der Düngeverordnung gemäß § 13 (5). Dies bedeutet, er ist von der Aufzeichnungspflicht (Düngebedarfsermittlung/Nährstoffvergleich) befreit, wenn sein Betrieb kleiner als 30 ha ist, er keinen organischen Dünger aufnimmt und weniger als 110 kg/ha Gesamt-Stickstoff aus tierischer Herkunft anfallen. Falls er Flächen im roten Gebiet hat, gelten für ihn für die betroffenen Flächen (im roten Gebiet) außerdem die im Folgenden beschriebenen Regeln zu roten Gebieten (Nmin, Untersuchung Wirtschaftsdünger, erhöhte Gewässerabstände).


Wenn ein Landwirt Flächen in roten Gebieten hat, muss er für seine Flächen in roten Gebieten Folgendes beachten: Er muss Nmin-Untersuchungen oder Nmin-Simulationen für die betroffenen Ackerschläge durchführen, außer er nutzt < 15 ha landwirtschaftliche Fläche oder er düngt weniger als 50 kg N/ha. Er muss außerdem seinen Wirtschaftsdünger und seine Gärreste auf Stickstoff und Phosphat untersuchen lassen. Zusätzlich muss er erhöhte Gewässerabstände auf betroffenen Flächen einhalten: 5 m statt 4 m auf Flächen < 10 % Hangneigung und 10 m statt 5 m auf Flächen > 10 % Hangneigung.




Abbildung 13: Gebietskulisse in Bayern  nach der Düngeverordnung (grüne, weiße und rote Gebiete)


zu 8. Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV 2010)